Schlafstörungen: Wenn der Kopf nicht abschalten will

Shownotes

Schlafstörungen sind weit verbreitet – und können sich stark auf Stimmung, Konzentration und Leistungsfähigkeit auswirken. In dieser Folge erklären Julia und Apotheker Flo, wann Schlafprobleme noch normal sind und ab wann man von Insomnie spricht.

Wir sprechen über typische Anzeichen wie Einschlafprobleme, nächtliches Aufwachen und fehlende Erholung am nächsten Tag. Außerdem geht es um das berühmte Gedankenkarussell – und wie man das Gehirn austricksen kann, um besser zur Ruhe zu kommen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf konkreten Maßnahmen: von Schlafhygiene und festen Routinen bis hin zu Hausmitteln wie Lavendel, Baldrian oder Magnesium. Auch Melatonin-Produkte und klassische Schlafmittel werden eingeordnet – inklusive ihrer Grenzen.

Ziel der Folge ist es, Orientierung zu geben und zu zeigen: Schlechter Schlaf ist kein persönliches Versagen – aber etwas, das man ernst nehmen sollte.

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Hallo ihr Lieben, schön, dass ihr wieder da seid. Wir sind bei rezeptfrei erklärt dem Podcast der Leugermann Apotheken und wie immer spreche ich mit Flo über Gesundheitsthemen, die uns im Apothekenalltag häufig begegnen. Hallo Flo, hallo Julia, heute hast du dir wieder ein schönes Thema ausgesucht. Ja, heute geht es um ein Thema, das viele beschäftigt. So ganz leise, oft nachts und oft über längere Zeit. Ich habe gedacht, ich stell dir mal ein paar Fragen zum Thema schlafstörung. Schlechter Schlaf ist ja nicht nur unangenehm. Der wirkt sich ja auch echt auf Konzentrationsstimmung und den ganzen Alltag aus. Und da dachte ich mir, das ist das richtige Thema für dich. Ja, vor allem Stimmung sagst du schon. Also Schlafstörung ist ja so, dass das Ding, was echt eine Stimmung zum Kippen bringen kann und aus gutem Grund. Du, ich sag's dir. Als meine Kinder klein waren und ich gefühlt drei Jahre lang am Stück nicht durchgeschlafen habe. Da war ich schon morgens extremst knotig. Ja, definitiv. Das kann ich nachvollziehen. Ja, aber sie sind ja Gott sei Dank inzwischen groß. Aber vielleicht starten wir mal ganz grundsätzlich Wann sind Schlafprobleme denn noch normal und wann spricht man denn jetzt tatsächlich von Schlafstörungen? Eine schlechte Nacht kannst du immer mal haben. Jeder schläft mal schlecht aus irgendwelchen Gründen. Berufliche Gründe, die einen vielleicht mal wach halten. Kinder hast du jetzt gerade auch schon genannt. Da würde ich mir jetzt überhaupt keine Gedanken zu machen. Wir reden von Schlafproblemen, wenn es wirklich regelmäßig auftaucht über mehrere Wochen und so weit, dass es mich tagsüber im Alltag auch wirklich beschäftigt und belastet. Vor allem nicht jede schlechte Nacht ist gleich ein Problem. Genau richtig. Also jeder kennt das von sich selbst. Auch er hat schlecht geschlafen und ist am nächsten Tag definitiv nicht gut gelaunt und auch nicht voll leistungsfähig, das ist ganz klar. Aber darüber reden wir jetzt auch gar nicht, sondern wirklich die kontinuierliche Schlafproblematik. Ihr wisst es ja. Flo hat ja immer für alles einen Fachbegriff und es juckt ihn schon quasi unter den Fingernägeln. Komm raus. Wie heißt der Fachbegriff für Schlafprobleme? Ja. Fachlich gesehen sprechen wir hier von der Insomnie. Das heißt, einfach ganz plump übersetzt. Nicht schlafen. Aber auch beim Einschlafen oder Durchschlafen ist das beides das Gleiche. Vom Fachbegriff. Ja, wir unterscheiden das natürlich schon durchaus etwas, weil Einschlafschwierigkeiten etwas besser zu therapieren sind als Durchschlafschwierigkeiten. Das muss man schon so sagen. Durchschlafproblematiken haben aber oftmals auch einen anderen physiologischen Hintergrund, der vielleicht auf eine andere Erkrankung hinweisen kann oder auch einem erst bewusst wird, dass es vielleicht eine andere Erkrankung sein kann, die zu dieser Problematik führt. Beispielsweise nächtliches Wasserlassen gerade bei Männern im mittleren Alter, höheren Alter vielleicht schon bekannt, ist jetzt nicht unbedingt ein Insomnieproblem, sondern halten ganz normal physiologisches Ding, was aber auch behandelt werden kann. Dann erklär mir doch mal, was erzählen Leute denn typischerweise, wenn sie jetzt mit Schlafproblemen in die Apotheke kommen? Wir reden jetzt vielleicht eher über diese Einschlafschwierigkeiten. Da haben die die meisten Betroffenen eher so ein typisches langes Wachliegen und dann fängt man an zu grübeln und zu überlegen Geht vielleicht noch mal alles mögliche vom Tagesgeschäft durch? Wenn man dann doch einnickte, dann wacht man auch immer mal wieder häufiger auf. Kommt gar nicht so richtig in Tiefschlaf oder an Berichte, dass man am nächsten Tag, obwohl man geschlafen hat, gar nicht richtig erholsam war. Dementsprechend die Tagesmüdigkeit konzentrationsstörungen. Genau das macht es ja im Grunde so belastend. Es hört ja nachts nicht auf, sondern es wirkt ja am nächsten Tag dann so weiter. Eine sehr schöne Einklassifizierung oder mal ein Test, den jeder für sich selbst mal zu Hause machen kann. Ist der Pittsburgh Schlafqualität Index der Bitte Was? Der Pittsburgh Schlaf Qualitätsindex. Habt ihr natürlich alle schon davon gehört, Nur ich wieder nicht. Selbstverständlich. Das ist doch. Das ist doch Allgemeinwissen. Natürlich. Wenn man das einfach mal sucht im Internet, dann kann man da so zehn Fragen beantworten und hat sehr, relativ flott für sich raus. Ist das, was ich hier habe, überhaupt problematisch oder ist es nicht problematisch Ist natürlich nur mal ein Anhaltspunkt. Kann man einfach mal für sich selbst machen. Die höhere Berater und die größere Beratung sollte dann natürlich entweder beim Arzt oder in der Apotheke stattfinden. Aber um sich selbst einen Eindruck zu machen. Dann lass uns doch mal so ein paar Hausmittel eingrenzen. Wenn wir über Schlaf sprechen, dann kommen wir gefühlt an einem Klassiker nicht vorbei. Und zwar die warme Milch mit Honig am Abend. Jetzt mal Hand aufs Herz Hilft das wirklich? Rein wirkungstechnisch gesehen? Natürlich nicht. Also es ist jetzt kein Wirkstoff drin, wo man sagt okay, das funktioniert. Da geht es aber auch einfach ums Ritual. Ich habe was Warmes, was beruhigend wirkt. Dementsprechend kein Zaubertrank. Aber kann man machen. Ja, richtig. Na gut, dann habe ich ein anderes Hausmittel. Das kennen auch viele Lavendel. Was sagst du zu Lavendel? Lavendel wäre jetzt pharmazeutisch gesehen. Und wenn wir es auf die Inhaltsstoffe runterbrechen, tatsächlich Schlaf fördernd. Beruhigend sogar Antidepressive Wirkungen sind in den Extrakten mit enthalten. Wir betrachten das Extrakt, das Lavendelextrakt, nicht den Lavendel, der irgendwo draußen bei uns auf dem Balkon steht und den ich dann im Säckchen rein hole. Das riecht zwar sehr schön, es beruhigt auch, weil dieser ätherische Duft sicherlich beruhigend ist. Da reden wir aber jetzt nicht von dem hochdosierten Extrakt, den ich jetzt in der Kapsel beispielsweise verpacken könnte. Oder als ätherisches Öl vielleicht dann wirklich auftropfen. Darum reden wir jetzt. Von dieser Wirkung. Kann man machen. Unterstützend. Ganz genau. Würde ich auch immer mal als erstes probieren, ob mir das ausreichend ist, ob es mir hilft. Und dann muss man gucken, ob es funktioniert. Und was sagst du zum Magnesium? Da hört man ja in letzter Zeit auch ganz viel drüber. Man sollte Magnesium nehmen. Magnesium ist ja so irgendwie ein neues Highlight. Tatsächlich irgendwo in der Industrie. Die Produkte sprießen da auch aus dem Boden. Ja, gefühlt kann das alles. Also Magnesium hat da auch wieder in Studien gute Ergebnisse gezeigt, dass es schlafffördernd ist, wenn wir uns jetzt wieder rein die Prozesse angucken, die im Körper los sind. Wenn wir schlafen möchten, hat Magnesium halt einen hohen Anteil. Deswegen probiert man das halt auch immer wieder mal aus. Ist aber jetzt auch kein Wundermittel. Magnesium kann wunderbar helfen. Wenn ich jetzt beispielsweise mit Krämpfen zu tun habe, die mich ja auch vor dem Schlafen hindern können, dann habe ich natürlich mit Magnesium sehr, sehr gute Karten, weil es die Muskeln entspannt, die Muskulatur entspannt. Also Magnesiummangel führt immer zu Krämpfen, die ich damit behandeln kann. Deswegen ist das so über die Hintertür. Dann habe ich noch einen, und zwar Baldrian. Das ist ja das, was ich von früher her kenne. Dann nimm doch mal ein paar Baldriantropfen. Der Klassiker, würde ich behaupten. Ich denke, Baldrian ist das bestuntersuchteste oder die bestuntersuchteste Droge. Um jetzt wieder pharmazeutisch zu werden. Da ist sie wieder, die wir so beim Schlafen kennen. Funktioniert. Baldrian ist das, wo ich sagen würde, da haben wir definitiv gute Studiendaten. Es ist ein beruhigendes Mittel, was schlafanstoßend ist. Da kommen wir wieder in diese Problematik. Durchschlafen schaffen wir damit auch nicht mehr und nicht weniger. Aber wir können uns zumindest zum Einschlafen bringen, ist aber auf einer einfachen Qualität. Also wenn ich jetzt massive Probleme habe, wird es wahrscheinlich nichts helfen. Aber auch das wäre jetzt schon einen Versuch. Also alle, alle drei Sachen oder vier Sachen, die wir jetzt gerade hatten, probiert die auf jeden Fall mal aus, wenn ihr damit Probleme habt. Es schadet euch erstmal nicht. Lasst euch dann aber dazu bei uns einfach mal beraten. Welches Produkt ist da jetzt das Beste für euch? Und nicht alles auf einmal? Genau. Und jetzt nicht alles kombinieren. Wenn man sich ein bisschen rantasten möchte an ein Mittel, was für einen selbst vielleicht hilft, ist es immer ratsam, nicht alles gleichzeitig zu verwenden. Alleine nur aus dem Grund. Ich möchte herausfinden, was ist für mich das Beste? Wenn ich jetzt alles im Konglomerat nehme, dann weiß ich es ja überhaupt nicht. Aber jetzt mal egal ob nun warme Milch, Lavendel, Baldrian oder Magnesium. Wenn man sich mit Schlafproblemen beschäftigt, fällt ja immer wieder der Begriff Schlafhygiene. Kannst du mal ganz einfach erklären, was das eigentlich bedeutet? Ist glaube ich in unserer heutigen modernen Zeit mit Handy, Fernseher, Computer denke ich schon. Ganz wichtig, einfach mal einzuordnen. Also die Schlafhygiene ist im Endeffekt einerseits ein Rhythmus vorm Schlafengehen, da kommt jetzt die heiße Milch mit Honig beispielsweise wieder mit ins Spiel. Aber auch, dass mein Schlafzimmer kühl ist, dass es ruhig gelegen ist. Ich sollte meine Schlafenszeit regelmäßig selbst. Klar, es gibt die Berufsgruppen, die wir hier natürlich nicht außer Acht lassen möchten, die da keine Möglichkeit zu haben. Aber wenn wir jetzt vom normalen Rhythmus reden, dass wir sagen okay, um zehn uhr gehen wir jetzt schlafen und das ziehen wir auch durch. Unser Körper gewöhnt sich an eine Zeit, unser Körper gewöhnt sich auch an den Hell Dunkel Rhythmus da. Dementsprechend ist es dann in den Sommermonaten durchaus. Vielleicht mal ein Stündchen später. Das ist vollkommen normal, aber man sollte das regelmäßig betreiben und die Bildschirmzeit einfach reduzieren. Das ist das A und O, Das blaue Licht, was von den Bildschirmen ausgeht, stört einfach unsere Hormonausschüttung, die zum Schlafen führen soll. Und dann haben wir erst recht die Einschlafschwierigkeiten. Also lieber abends ein gutes Buch lesen. Ich sage es immer wieder Ja, genau, Es ist auch in Maßen, vielleicht auch kein Thriller. Nur mal so, aber genau. Aber sagen wir mal, wenn ich irgendwas zum Einschlafen brauche, ist ein Buch sicherlich einem Tablet vorzuziehen. Ein Podcast wäre jetzt beispielsweise auch eine Alternative, die ich nutzen könnte. Ihr könnt uns gerne zum Einschlafen hören. Wir unterstützen euch, wo wir können. Ja genau. Also wir singen zwar keine Schlaflieder, aber das will keiner. Also prinzipiell aber dem Körper klare Signale geben. So, jetzt ab ins Bett. Ja, ganz genau. Und ihm auch die Chance geben, seinen natürlichen Rhythmus nachzukommen. Also unser Auge nimmt ja Licht wahr. Und wenn es draußen dunkel wird, checkt unser Auge. Ah, es ist dunkel draußen. Ich möchte doch jetzt vielleicht mal schlafen gehen. Das sollten wir dem vielleicht auch mal wirklich in unserem natürlichen Rhythmus auch mal lassen. Jetzt ist ja so ein häufiges Thema, hast du ja vorhin auch schon gesagt, dieses berühmte Gedankenkarussell. Kaum liegt man im Bett und ist eigentlich total müde, dreht sich im Kopf und man denkt über alles und jedes nach. Was mach ich denn dann? Das ist auch erst mal wieder völlig natürlich, denn sobald ich anfange zu überlegen, bin ich gestresst. Stress ist im Nervensystem immer ganz schlecht, um zur Ruhe zu kommen. Es ist ja egal, über was ich nachdenke, aber irgendwo beschäftigt mich das dann. Ja, auf jeden Fall. Ich muss jetzt dann irgendwie versuchen, mein Körper oder mein Gehirn dazu zu kriegen. In. Ja, in was? Über was Einfaches nachzudenken? Vielleicht. Da habe ich einen guten Tipp. Das habe ich mal gelesen. Und zwar soll man seinem Gehirn was eine totale, einfache Aufgabe geben. Zum Beispiel im Kopf das Alphabet durchgehen und zu jedem Buchstaben eine Obstsorte finden. Also A wie Apfel, Birne, Banane, hätte ich jetzt gesagt. Okay, was hast du zu zählen, Klementine? Auch schön. Wird spätestens glaube ich bei Kuh relativ schwierig. Kumquat mit Flo macht sowas keinen Spaß. Ich hab mir das nachts um drei einfällt, weiß ich auch nicht, aber ich weiß, worauf du hinaus möchtest. Also genau das kann helfen. Ich habe auch schon mal von einer Kollegin gehört, dass sie den Kühlschrank nachts durchgeht, also was im Kühlschrank bei ihr so steht. Würde bei mir eher zum Stress führen, weil ich dann denke okay, ich muss wieder einkaufen, aber es ist ja im Endeffekt egal. Schäfchen zählen. Prinzipiell der Klassiker, aber es geht einfach immer darum, irgendwas einfaches und das Gehirn zu überlisten. Das Gehirn ist beschäftigt, aber es ist nicht emotional. Jetzt ist ja ein Thema momentan sehr präsent. Auch hier in der Apotheke. Und das sind MelatoninProdukte. Kannst du mir das mal einordnen? Ich versuche es zumindest mal, das Melatonin. Oder vielleicht gehen wir einen Schritt zurück. Der Grundgedanke, warum wir auf Melatonin gekommen sind, um das Einschlafen zu nutzen, ist erst mal wieder sehr sehr logisch. Das ist in der Pharmazie tatsächlich oft alles logisch. Warum wir das tun? Behauptest du zumindest. Ob es da die richtige Wirkung erzielt, müssen wir dann im zweiten Schritt erst mal hinstellen. Aber Melatonin wird vom Körper ausgeschüttet. Eben hatte ich erwähnt wir müssen unserem Körper die Chance geben, selbst auf die Dunkelheit zu reagieren. Und genau das passiert. Sobald unser Auge kein Licht mehr wahrnimmt, wird Melatonin ausgeschüttet und Melatonin führt im Körper dann dazu, dass der Schlafprozeß angeregt wird. Unsere Organsysteme fahren herunter. Wir werden müde. Unser Herzschlag geht runter. Wir schlafen ein. Das ist Melatonin. Eigentlich kein Schlafmittel. Es ist kein klassisches Schlafmittel, sondern es ist wirklich ein natürlich vorkommendes Hormon, was dazu führt, dass wir schlafen sollen. Jetzt kommen wir natürlich zu dem Punkt. Jetzt waren wir gerade erst mal physiologisch unterwegs. Also was im Körper normal vorkommt, wenn wir das Ganze jetzt ersetzen, ist die erste Schwierigkeit. Wir brauchen jetzt erstmal ein Melatonin Produkt, was auch wirklich vom Körper aufgenommen wird und das ist das Schwierige. Unser Darm oder unser unser Magen Darm Trakt möchte nicht so unbedingt gerne Dinge aufnehmen, die er kennt. Das ist ein natürlicher Schutzreflex. Melatonin oder auch die Hormone, die unser Körper selbst bildet, werden superflott abgebaut von unserem Körper. Das heißt, ein Melatonin wird ausgeschüttet, wirkt und wird danach wieder abgebaut, damit es keine dauerhafte Wirkung hat. Und das ist bei ganz, ganz vielen Hormonen im Körper so, Das macht es für ein Arzneimittel sehr schwierig, genau dahin zu kommen, wo es wirken soll. Deswegen kein Allheilmittel. Genau deswegen ist es halt einfach schwierig. Und deswegen sind die Studienlage zu Melatonin auch so gemischt. Es gibt gute Studien, Studien, die einen positiven Effekt zeigen. Es gibt Studien, die zeigen einen Placeboeffekt. Es ist auch wieder schwierig. Jetzt, wo du schon sagst schwierig, das ist. Es gibt ja Melatonin jetzt auch für Kinder. Und das ist ja, bin ich ja auch als Mama. Ganz ehrlich, ist ja nicht so ganz einfach. Also ich würde jetzt nicht einfach Melatonin meinen Kindern geben. Ich bin bei Kindern sowieso ganz vorsichtig was, was Schlafprobleme und die Behandlung angeht. Kinder sollten keine Schlafprobleme haben. Sagen wir es mal einfach mal ganz blöd. So ein Kind mit Schlafproblemen ist nichts, was von Eltern oder von der Apotheke behandelt werden sollte, sondern das sollte hinterfragt werden. Woher kommt das Ganze denn? Warum hat mein Kind Schlafprobleme? In der Pubertät ist es irgendwann was anderes. Ja gut, da kommen die Hormone mit dazu, dann ist das auch vielleicht auch tolerabel. Da kommt vielleicht auch der erste Liebeskummer oder was weiß ich, der Stress von der Arbeit. Genau richtig. Das will ich. Das meine ich damit auch wieder nicht. Aber gerade jetzt so bei jüngeren Kindern. Die sollten definitiv keine Schlafprobleme haben. Dann auch nicht einfach jetzt irgendwelche Gummibärchen oder ähnliches geben. Richtig. Wenn man das mit dem Kinderarzt besprochen hat, dann kann man das gerne mal probieren. Da bin ich auch jetzt kein Mensch, der dann sagt okay, das machen wir auf gar keinen Fall, weil das Melatonin Produkt jetzt in dem Moment keinen Schaden zufügen wird. Aber es ist einfach für uns nichts in der Selbstmedikation. Das will ich hier ganz klar hinstellen. Jetzt habe ich noch was, was ich mit dir besprechen möchte. Wenn es jetzt wirklich nicht nichts hilft, dann gibt es ja die berühmten Schlaftabletten. Und da ist bei mir so im Kopf Von Schlaftabletten wird man sofort abhängig. Lieber nicht nehmen. Ganz pauschal will ich es nicht sagen. Wenn wir jetzt aber über die chemischen Schlafmittel reden, die wir in der Apotheke zur Verfügung haben, dann muss man da einfach auf die Anwendungsbeschränkungen achten, die Dauer vor allem mal ein, zwei Tage ein Schlafmittel nehmen macht keinen süchtig. Die Sucht ist auch jetzt nicht so hingestellt, dass ich. Dass dieses Produkt mich jetzt wirklich tatsächlich zu einer. Ja, das ist keine klassische Sucht, sondern es ist ein Gewöhnungseffekt, der eintritt. Und mein Körper hat es noch schwieriger, in den Schlaf zu kommen. Das ist also eher so eine umgekehrte Sucht in Anführungszeichen, weil es nicht der Stoff ist, auf dem ich abhängig werde, sondern ich kann ohne ihn noch schlechter einschlafen. Okay, es ist so ein Teufelskreis, der sich bildet. Deswegen sind wir in der Apotheke immer so hinterher, wenn man Schlafmittel kauft, dass man sie wirklich nicht länger als diese Packungsgröße ist, auch einnimmt. Also die Packungsgrößen sind zehn bis zwanzig Tabletten, das heißt das ist Maximum, was so eine so eine Packung angeht. Danach sollte man für sich selbst einfach auch sehen, okay, dann habe ich andere Probleme und die kann ich so nicht mehr behandeln. Vielleicht auch da noch mal so einen Nebensatz zu Das Mittel an sich, was drin ist, ist genau das gleiche oder was wir auch gegen eine Allergie verwenden würden oder gegen Übelkeit verwenden würden. Das heißt, da spricht man. Im Endeffekt muss man da auch gucken, dass ich bei einem Mittel gegen Allergie, was ich dann vielleicht im Umkehrschluss auch zur Schlafanstoßen nehmen möchte, auch hinterfrage, ob das vielleicht auch nicht das Richtige für mich ist. Wenn ich mit Schlafproblemen zu kämpfen habe, sollte ich nicht auf so ein Mittel gegen Allergie zurückgreifen. Wäre ich nicht drauf gekommen. Aber anscheinend ist das ja ein Thema. Und dann ist es ja gut, dass du das sagst. Jetzt hast du ja gerade schon gesagt, das macht er hier in der Apotheke. Sie ordnet das so ein bisschen ein, Ihr helft auch. Und ihr warnt auch ganz deutlich richtig? Ja, in dem Moment auf jeden Fall. Weil das. Das wird ja oftmals als alles, was frei verkäuflich ist, wird ja oft gerne in so eine Ecke gestellt. Aber das ist harmlos, das das kriegen wir ja so in der Apotheke, das ist überhaupt kein Problem. In Zeiten des Internets bekomme ich es auch überall so einfach online zugeschickt und das birgt halt diese riesengroße Gefahr. Und wir sind in der Apotheke schon darauf geschult, genau da einzugreifen und wollen dann ja auch nichts Böses. Wir wollen genau da einfach das Richtige finden. Und wenn wir dann sagen okay, dieses Mittel ist jetzt in dem Moment vielleicht nichts mehr für einen, dann würde ich das als Patient vielleicht auch gerne einfach mal sagen okay, dann. Der hat schon irgendwo vielleicht auch recht. Und wann sollte man nicht mehr allein probieren? Wann sollte man zum Arzt? Wenn es dauerhaft ist und ich es nicht alleine in den Griff kriege? Auf jeden Fall. Vor allem wenn jetzt auch die die Belastung in den Alltag so groß ist, dass ich damit alleine nicht klarkomme. Da können wir über einen Sekundenschlaf reden. Aber es geht auch um die Tagesmüdigkeit an sich. Jeder wird dann reizbar, schlecht gelaunt. Depressive Verstimmung, könnte man jetzt sagen. Wobei ich das jetzt wirklich. Das ist ein Problem, was sich daraus entwickeln kann. Aber man ist ja einfach. Knüttelig. Man kann sagen, wie es ist, man ist mies drauf. Ja, ganz genau. Und wenn ich dann das, was wir eben auch hatten, die SchlafmittelProbleme habe oder merke, dass ich ohne Schlafmittel vielleicht nicht hinkriege, dann muss ich auf jeden Fall zum Arzt, weil da habe ich einfach noch mal andere Möglichkeiten. Also man kann im Grunde sagen, es gibt ganz viele Stellschrauben und da muss man dann einfach mal schauen, was richtig ist und was nicht richtig ist. Genau. Einfach auch, um zu zu checken, ob was wie es ganz am Anfang gesagt habe, ob was Physiologisches dahinter steckt, was eine ganz andere grunderkrankung, die dahinter steckt, von der ich gar nichts weiß. Und der Arzt sagt mir auf einmal Oh ja, das ist das Problem für Ihre Schlafprobleme oder dass die Lösung für Ihr Schlafproblem so und ganz wichtig. Muss man, glaube ich auch sagen. Schlechter Schlaf ist ja auch kein persönliches Versagen. Das ist wirklich einfach. Es gibt verschiedenste Varianten oder Gründe, warum das so ist. Definitiv. Es hat nichts mit mit einem selbst zu tun. Es ist auch wieder ein gesellschaftliches Problem. Das müssen wir auch sagen, wenn wir uns anschauen, wie die Schlafprobleme sich entwickelt haben in den letzten fünfzig Jahren, ist die Tendenz ganz klar, in welche Richtung sie geht. Und das hat nichts mit uns persönlich zu tun, sondern das ist unser Alltag, der uns mehr belastet. Sicherlich auch die Probleme, die zurzeit überall herrschen, die uns vielleicht auch noch einfach mit mitnehmen und belasten. Das ist eine Vielzahl an Gründen und das Schlechteste wäre, das auf einen selbst zu projizieren, sondern natürlich habe ich jetzt gerade die Probleme. Ich muss sie in den Griff kriegen. Für mich selbst. Aber ich bin nicht der Versager in dem Moment. Und wenn ihr unsicher seid oder Fragen habt, dann sprecht uns gerne einfach in den Apotheken an und da sind wir gerne auch wirklich euer erster Ansprechpartner, die dann einfach mal einordnen und mal schauen, was man machen kann. Und wie immer natürlich der Hinweis Unser Podcast ist keine persönliche Beratung und ersetzt auch keine persönliche Beratung, Denn jeder Schlaf ist individuell, so wie jeder Mensch individuell ist. Deswegen kommt gerne vorbei. Sprecht uns an, wir freuen uns auf euch. Wir sagen wieder Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Ja und falls sie es zum Einschlafen genutzt habt den Podcast wünschen wir euch Eine gute Nacht erholsamen Schlaf.

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