Sodbrennen: Wenn die Magensäure nach oben steigt

Shownotes

Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und dort die Schleimhaut reizt – ein Vorgang, den man auch als Reflux bezeichnet. In dieser Folge erklären Julia und Apotheker Flo, warum das passiert und welche Beschwerden typisch sind.

Wir nehmen bekannte Hausmittel unter die Lupe – von Milch über Kaugummi bis zum Verdauungsschnaps – und ordnen ein, was kurzfristig helfen kann und was eher ein Mythos ist.

Außerdem erfahrt ihr, welche Möglichkeiten die Apotheke bietet: von säurebindenden Präparaten bis zu Wirkstoffen, die die Säureproduktion reduzieren. Ein wichtiger Punkt ist auch, wann Sodbrennen noch als gelegentlich gilt – und wann unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollte, um Folgeschäden zu vermeiden.

Ziel der Folge ist es, Orientierung zu geben und zu zeigen: Sodbrennen muss man nicht einfach aushalten.

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Hallo, schön, dass ihr wieder bei Rezeptfrei erklärt reinhört. Ich bin Julia und wie immer spreche ich mit Flo über die Fragen, die uns in der Apotheke ständig begegnen. Hallo Flo.

Hallo Julia. Flo, heute haben wir ein Thema, das gefühlt jeder kennt, aber kaum jemand so richtig einordnen kann. Sodbrennen.

Ich habe das Gefühl, das betrifft wirklich, wirklich viele. Täuscht das oder ist Sodbrennen tatsächlich so verbreitet? Ja, du hast tatsächlich recht. Ich habe es in der Vorbereitung auch gelesen, knapp 20 Prozent der Menschen haben regelmäßig damit zu tun.

Bedeutet auch schon jeder Fünfte. Boah, das sind ganz schön viele. Ja, und da reden wir wahrscheinlich, wenn ich die Zahlen richtig interpretiert habe, reden wir da von den regelmäßigen Sodbrennen leidenden.

Wenn ich jetzt auch noch mal über akutes Sodbrennen reden würde, wird die Zahl wahrscheinlich noch höher. Dann lass uns doch mal wieder ganz grundlegend anfangen. Was passiert denn eigentlich im Körper, wenn wir Sodbrennen haben? Ganz einfach.

Die Magensäure steigt nach oben in unsere Speiseröhre und führt einfach zu einer Verätzung, zum Brennen. Ganz simple Erklärung, woran es liegt, aber dann steckt dann doch ein bisschen mehr dahinter. Und ich sehe schon wieder, du hast auch wieder einen Fachbegriff für mich.

Komm, haus raus. Ja, es ist der Reflux. Reflux bezeichnet einfach das Zurückfließen der Magensäure.

Oder, wir gehen jetzt vielleicht noch ein bisschen weiter, das gastroösophorale Refluxerkrankungen. Das sagst du jetzt bitte nochmal. Ich nehme lieber die Abkürzung.

Sie heißt GERD, so wie der Vorname GERD. Also darüber fasst man einfach sehr, sehr viele Erkrankungen zusammen, die mit dem Reflux zu tun haben. Geht wieder ganz klassisch einfach darum, dass die Ösophagus ist unsere Speiseröhre, die dann einfach verätzt wird, in Anführungszeichen.

Also nicht in Anführungszeichen, sondern sie wird verätzt von der Säure. Gut, haben wir das auch geklärt. Könnt ihr das nächste Mal sagen, ich hab GERD.

Genau, richtig. Also, ich glaube, in der Apotheke würdet ihr, oder beim Arzt würdet ihr dafür auch Zustimmung finden. Oder beziehungsweise würde dann jeder wissen, wovon wir hier reden.

Aber ein einfaches Sodbrennen reicht auch. Dann lass mich das doch mal anders formulieren. Wann kommen denn Menschen damit in die Apotheke? Was beschreiben die denn, wenn die mit Sodbrennen zu euch kommen? Zwei Symptome, die irgendwo durchaus unterschiedlich sein können von der Region.

Entweder es ist so ein klassisches Brennen in der Speiseröhre, so hinterm Brustbein. Es kann auch so ein Kratzen im Hals sein, Hustenreiz beispielsweise. Oder es ist ein Druckgefühl im Magen-Darm-Bereich.

Also gerade so im oberen Magen-Bauch-Bereich. Das ist so ein Spannungsgefühl. Das kann auch das Sodbrennen sein.

Da kommt es immer ein bisschen darauf an, wie weit steigt meine Säure nach oben? In welcher Region liegen meine Beschwerden? Und das verunsichert dann ja auch häufig, weil man gar nicht so genau weiß, was man eigentlich hat, richtig? Genau, richtig. Weil auch da die Symptome nicht unbedingt immer gleich sein müssen. Ich habe etwas zu Fettiges gegessen und habe dann halt ein Sodbrennen, einen Aufstoßen, so einen Säureaufstoßen.

Das kennt sicherlich jeder von euch. Das ist ja eher so im Halsbereich, meistens unproblematisch. Die, die dauerhaft Probleme damit haben, bei denen ist es eher wirklich hinterm Brustbein und im Bauch.

Dann lass uns doch mal wieder ein paar Klassiker anschauen. Weil gefühlt hat ja jeder so einen Tipp, wenn man sagt, ich habe Sodbrennen. Jetzt habe ich mal so ein bisschen geguckt, was es da gibt.

Ordne mir die mal ein, ohne sie jetzt wieder gleich zu verteufeln, okay? Ja, ich gebe mir Mühe. Hausmittel Nummer eins. Milch oder Joghurt? Du hast gesagt, ich darf nicht verteufeln.

Also es kühlt kurzfristig, würde ich jetzt mal sagen. Also gerade Milchprodukte sind jetzt erstmal angenehm. Das stimmt.

Das Dumme ist, wir haben da wieder eine Säure drin. Und es regt auch die Säureproduktion noch weiter an. Das heißt, am Anfang habe ich eine Linderung, am Ende wahrscheinlich wieder weniger.

Daher nein. Gut. Was sagst du zu Kaugummi? Auch das kann eine Akutlösung sein, um jetzt vielleicht erstmal ein bisschen was zu verdünnen.

Ich rede die Speichelsekretion an. Das verdünnt also im Endeffekt meine Säure, kann die Linderung erschaffen. Das ist ganz gut.

Aber im Umkehrschluss haben wir natürlich auch wieder mehr Magensäureproduktion. Also kommen wir wahrscheinlich wieder auch bei null raus. Also nicht so schlecht, aber auch nicht gut.

Genau. Dann habe ich noch ein Hausmittel. Kamillentee.

Kamillentee hilft doch eigentlich immer, oder? Ja, Kamille ist mindestens mal ein ganz gutes Hausmittel, würde ich schon sagen. Da kommen wir wieder auf eine sehr gute Magenberuhigende Wirkung. Da muss man ein bisschen vorsichtig sein, weil Kamille ist jetzt nicht für jedermann was.

Da gibt es dann mal Unverträglichkeiten auf die Kamille. Aber da auch als Tee kann man definitiv probieren. Ist ja schon mal was.

Und jetzt mein Klassiker und ich weiß, was du sagen wirst. Der Verdauungsschnaps nach dem Essen. Ja, das ist ja der Klassiker.

Jeder sagt doch, der Schnaps räumt auf. Am Ende ist pharmazeutisch schon physiologischer Quatsch. Also auch wenn wir jetzt einen Kräuterschnaps haben und die Kräuter rein theoretisch gesehen durchaus beruhigend sein können, ist der Alkohol da drin vielleicht jetzt nicht das Ideale.

Wenn wir es jetzt ganz pragmatisch sehen wollen und wir betrachten den Schnaps jetzt nicht als Alkohol, dann wäre er vor dem Essen sinniger, weil wir dann unsere Magensäureproduktion erstmal anregen, unsere Verdauung anregen und somit das schwere Essen besser verdaut werden kann. Ich setze das hier aber trotzdem noch in Klammern. Also lieber die Finger davonlassen, können wir einfach mal so sagen.

Es bringt im Endeffekt einfach nichts. Außer der Genuss vielleicht, ja, aber es bringt nichts. Es bringt nichts.

Jetzt hast du die ganze Zeit bei den Hausmädchen immer gesagt, so kommt drauf an, kannst machen, kannst auch sein lassen. Warum ist das so? Sodbrennen ist halt eine Erkrankung. Oder ein Symptom, was ich habe, der unterschiedliche Auslöser hat.

Ich kann jetzt nicht einfach sagen, das ist immer das fettige Essen. Denn erstmal habe ich irgendwoher ein Problem, warum meine Magensäure nicht da bleibt, wo sie soll. Also der Körper ist ja klug, der schadet sich ja nicht selbst.

Im Normalfall zumindest nicht. Und unser Magen schließt mit einer Klappe ganz hermetisch ab, um keine Magensäure aufsteigen zu lassen in die Speiseröhre. Denn unser Magen kommt mit der Säure wunderbar klar.

Der hat eine spezielle Umwandlung, die Magenschleimhaut. Und das funktioniert da. Die Speiseröhre schafft das nicht.

Und wenn der Körper darauf gepolt wäre, dass die Speiseröhre das können sollte, dann hätte man das auch mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die auch säureresistent wäre. Ist sie aber nicht. Daher müssen wir uns immer betrachten, warum ist es überhaupt so? Woher kommt es? Und das kann ich nicht einfach so alleine, da brauche ich leider einen Arzt für.

Jetzt haben wir ja gesagt, Hausmittel. Dann wärst du ja meine nächste Anlaufstelle. Richtig.

Also bist du ja sowieso immer. Natürlich ist jetzt die Apotheke wieder der erste Anlaufpunkt. Und möchte ich auch da in dem Moment wieder gerne sein.

Wenn wir das betrachten, was wir jetzt vorher oder was wir eben gerade schon gesagt hatten. Denn wir können in der Apotheke im Endeffekt säurebindende Arzneimittel oder Arzneistoffe nutzen oder halt Magensäure, damit die Magensäurebildung reduziert wird. Das kriegen wir auch mit Medikamenten hin.

Das sind so die beiden Dinge, die wir machen können. Das ist aber eine rein symptomatische Behandlung, muss man einfach mal sagen. Und da, wo wir symptomatisch behandeln, müssen wir immer hinterfragen, wo es herkommt.

Also es heißt dann immer so, man kann zwar die Symptome behandeln, aber nicht die Ursache, sagst du. Genau. Zumindest können wir das in der Apotheke nicht grundsätzlich.

Also für so eine Linderung, weil wir fettreiche Mahlzeiten hatten, Weihnachten, Ostern, Geburtstage, Hochzeiten etc. Wunderbar, überhaupt kein Problem, kriegen wir hin. Oder weil ich mal kurzfristig ein Schmerzmittel nehmen muss, was auch mal zu Magenproblemen führen kann, zu Sodbrennen, weil Schmerzmittel die Magensäureproduktion anregen.

Dann kann ich darauf zurückgreifen und muss mir da jetzt auch keine Gedanken machen. Mir geht es da wirklich eher darum, über diese chronischen Probleme, über die öfter auftretenden, vielleicht auch ohne Nahrungsmittelzusammenhang. Also zumindest nicht bestimmte Nahrungsmittel, sondern es tritt irgendwie immer nach dem Essen auf.

Dann muss ich es abklären. Dann kann ich nicht die ganze Zeit mit Mitteln aus der Apotheke mich über Wasser halten. Dann brauche ich dich ja gar nicht mehr fragen, wann man zum Arzt muss.

Sondern wirklich, also wenn ich regelmäßig Beschwerden habe, noch was, wenn ich noch irgendwas sehe? Also die regelmäßigen Beschwerden definitiv. Das ist der Punkt 1. Natürlich sind da auch Punkte dabei, wie ich habe einen Hustenreiz mit dabei oder ein kontinuierliches Aufstoßen. Da kann schon mal was Blutiges mit dabei sein.

Das ist auch möglich. Das ist definitiv eine Sache vom Arzt, weil ich meine Magen- oder meine Schweißröhre wirklich schädigen kann auf Dauer. Also prinzipiell kann ich das jetzt zusammenfassen.

Sodbrennen ist eigentlich kein Grund zur Panik, wenn ich einen direkten Zusammenhang sehe. Und alles andere würdest du sagen, doch lieber erst mal abklären lassen. Ja, ganz genau.

Also da ist wirklich der Punkt, wenn unsere Speiseröhre zu oft mit Säure belastet wird, verändert das die Haut oder die Schleimhäute, die dort sind. Und alles, was eine Veränderung ist im Körper, kann zu einer Krebserkrankung führen, zu einer Tumorerkrankung. Und das ist dann quasi auf Grundlage von Säure, die wir sowieso im Magen haben.

Das ist also eigentlich stumpf und sehr einfach. Und deswegen bin ich da auch mal so hinterher zu gucken, okay, das sollte man kontrollieren lassen, ob das wirklich medikamentös behandelt werden muss oder ob es auch durch einen kleinen operativen Eingriff sein muss. Auch das kann möglich sein, wenn unsere Klappe nicht mehr richtig schließt, kann das auch möglich sein, dass wir es einfach so nicht in den Griff kriegen.

Gut zu wissen. Aber jetzt können wir mal zusammenfassen. Sodbrennen muss man nicht aushalten.

Im Zweifelsfall immer abklären lassen. Und um es einordnen zu können, kommt einfach wirklich zu uns in die Apotheken oder in eure Apotheke vor Ort und lasst euch mal beraten. Und dann wird das auch wieder.

Können wir so zusammenfassen? Ja, definitiv. Also immer einen Schritt nach dem anderen. Wir können da immer Licht ins Dunkel bringen oder versuchen es zumindestens.

Kommt zu uns, lasst euch beraten. Und wir schließen in den meisten Fällen dann schon aus, ob das jetzt eine ärztliche Geschichte ist oder nicht. Im Zweifelsfall natürlich zum Arzt.

Aber wenn es mal ein akutes Problem gibt, dann haben wir da das passende Mittel. So, und möchtest du dieses Mal unseren regelmäßigen Hinweis geben oder soll ich wieder? Ach, das ist eigentlich dein Part, Julia. Das darfst du gerne zum Schluss machen.

Denn, wie immer, sagen wir es ganz ausdrücklich, unser Podcast ersetzt keine persönliche Beratung. Jede Situation ist individuell. Also lasst euch beraten.

Wir sagen wieder Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Ja, bis zum nächsten Mal. Bleibt gesund.

Tschüss.

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